Traumstart und Last-Minute-Tor: Frankfurt rettet späten Punkt in Bremen

Im ersten Rückrundenspiel zwischen Bremen und Frankfurt kamen die Zuschauer auf ihre Kosten - vor allem in der wilden Schlussphase. Erst drehte Werder das Spiel durch einen Doppelschlag, ehe Knauff mit der letzten Aktion noch zum 3:3 ausglich.

Die Rückrunde der Bundesliga wurde von einem Krisenduell eröffnet. Die seit sechs Spielen sieglosen Bremer empfingen Frankfurt, das wettbewerbsübergreifend nur eine ihrer vergangenen acht Partien gewann. Während Horst Steffen trotzdem auf dieselbe Elf wie beim 0:3 in Borussia Dortmund vertraute, nahm Dino Toppmöller im Vergleich zum 2:3 beim VfB Stuttgart taktische und personelle Änderungen vor - auch aufgrund Ebnoutalibs Knieverletzung: Er ließ sein Team statt in einem 4-4-2 in einem 4-1-4-1 agieren und ersetzte Amenda, Höjlund, Knauff (alle Bank) sowie Ebnoutalib durch Collins, Dahoud, Brown und Chaibi.

Dass Brown etwas offensiver als üblich - er startete als linker Flügelspieler - spielte, bewies sich gleich als richtige Maßnahme. Nach Doans Hereingabe legte er per Kopf auf Kalimuendo quer, der den Ball nach 52 Sekunden mit dem Außenrist zu seinem Premierentor in die lange Ecke beorderte. Mit der Führung im Rücken zogen sich die defensiv anfälligen Frankfurter (36 Gegentore in der Hinrunde) etwas zurück. Dies war auch einer langen Unterzahl aufgrund der Behandlung von Kristensen geschuldet, den Schmidt mit dem Fuß im Gesicht traf.

 

Gegen den tiefstehenden Block fehlten den Hanseaten die Ideen: Der SVW fand kaum die Tiefe. Erst wenn die Gäste aufrückten, strahlte die Steffen-Elf Gefahr aus - durch Njinmahs Tempo. Nachdem der Angreifer noch die erste Chance nach einem Konter liegen gelassen hatte (20.), machte er es neun Minuten später besser: Bremen hebelte das ausnahmsweise mal hohe Pressing der SGE mit einem einfachen Doppelpass aus, ehe Sugawara Njinmah perfekt bediente (29.).

Collins trifft gleich nach seiner Versetzung

Nach dem Ende der Torlosigkeit - die vorherigen drei Spiele hatten die Grün-Weißen nicht getroffen - wirkten die Hausherren in ihren Aktionen zwar noch entschlossener, erspielten sich trotzdem in Hälfte eins keine Möglichkeiten mehr.

Beide Trainer reagierten auf das 1:1 zunächst nicht, ehe Toppmöller sich früh nach Wiederanpfiff dazu gezwungen fühlte. Nach einer abermaligen Behandlung von Kristensens Nase nahm der Coach seinen Rechtsverteidiger aus dem Spiel. Dadurch "musste" unter anderem Collins nach rechts rücken, der gleich seine erste Offensivaktion auf seiner neuen Position zum 2:1 nutzte. Er verteidigte stark nach vorne und vollendete den daraus entstandenen Konter mit dem Schienbein (56.).

Bremen dreht binnen drei Minuten das Spiel

Wie schon nach dem 0:1 zeigte sich Werder unbeeindruckt und behielt die Initiative. Der Ausgleich gelang erst nicht, weil Njinmah ein weiteres Mal verzog (68.). Besser machte es im weiteren Verlauf Stage (78.), nachdem Chaibi auf der Gegenseite die Vorentscheidung vergeben hatte (76.). Mit dem 2:2 gaben sich die Hausherren nicht zufrieden und drehten durch Milosevic - ebenfalls sein Debüt-Treffer - nur rund zwei Minuten später sogar komplett die Begegnung (80.).

Bilder zur Partie Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt

Damit war die verrückte Schlussphase aber noch nicht beendet. Mit der letzten Aktion sorgte Knauff noch für einen späten Punktgewinn der SGE (90.+4). Doch bevor sich der Außenspieler freuen konnte, musste er zittern. Da die Fahne des Linienrichters vor der Flanke von Vorbereiter Amaimouni-Echghouyab hoch ging, weil der Ball vermeintlich hinter der Grundlinie war, zählte es zunächst nicht. Nach Eingriff des VAR revidierte Schiedsrichter Benjamin Brand seine Entscheidung, sodass die Begegnung mit 3:3 endete. (Quelle: kicker)