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2:0 | ![]() |
Erst Depp, dann Held - Milosevic sorgt für Werder-Befreiungsschlag
Die Nerven liegen blank im Bundesliga-Abstiegskampf: Werder Bremen hat sich im umkämpften wie zerfahrenen Kellerduell gegen Schlusslicht Heidenheim durchgesetzt. Das 2:0 (0:0) war Bremens erster Sieg nach zuvor 13 sieglosen Pflichtspielen in Serie - und zugleich der erste Erfolg unter Trainer Daniel Thioune. Für Schlusslicht Heidenheim wird die Lage hingegen immer aussichtsloser.
Jovan Milosevic krönte sich mit seinem Kopfballtor in der 57. Spielminute zum umjubelten Helden. Im ersten Durchgang hatte der Serbe in einer von Nervosität und Anspannung geprägten Partie noch eine XXL-Chance liegengelassen. In der Nachspielzeit (90.+7) unterlief Hennes Behrens noch das Eigentor zum 0:2 aus Gäste-Sicht. Heidenheim verpasste es, seine wenigen Chancen zu nutzen, und unterlag letztendlich verdient.
Die Bremer verschaffen sich durch den ersehnten Dreier etwas Luft im Abstiegskampf und überholen mit jetzt 22 Punkten zumindest vorübergehend den Kontrahenten aus Wolfsburg (20 Punkte). Die Wolfsburger sind am Sonntagnachmittag beim VfB Stuttgart gefordert. Der Tabellenletzte aus Heidenheim bleibt bei 14 Punkten - der Klassenerhalt rückt angesichts von jetzt elf Partien ohne Sieg in immer weitere Ferne.
Nervöser Beginn zwischen Heidenheim und Bremen
Heidenheims Trainer Frank Schmidt hatte sich für die brisante Auswärtspartie für eine Aufstellung ohne echten Stürmer entschieden: Über die schnellen Eren Dinkci und Christian Conteh sollte das Konterspiel zum Erfolg führen. Dieser Plan ging in der Anfangsphase aber nicht auf. Zwar zeigten beide Teams angesichts der brisanten Ausgangslage anfängliche Nervosität. Das deutlich klarere, strukturiertere Spiel brachte aber Werder auf den Rasen.
Für Werder begann Winter-Neuzugang Milosevic im Sturm - und trat Mitte der ersten Halbzeit gleich zweimal unglücklich in Erscheinung. Erst wurde das Tor von Bremens Linksverteidiger Olivier Deman aberkannt, weil Milosevic im Abseits stehend Heidenheims Torhüter Frank Feller umgerannt hatte (26.). Kurz darauf bekam der Serbe von Romano Schmid einen Querpass quer zur Torlinie perfekt serviert, verfehlte jedoch kläglich das leere Tor deutlich (36.).
Heidenheim meldet sich an, Bremen wieder kläglich
Von Heidenheim war bis dahin kaum etwas zu sehen, zu fehlerhaft präsentierte sich die Schmidt-Elf in Ballbesitz. Plötzlich aber meldeten sich die Gäste an: Arjon Ibrahimovic boten sich gleich zwei gute Einschussmöglichkeiten, der starke Techniker ließ aber jeweils die Kaltschnäuzigkeit vermissen (37. und 41.).
Die jetzt aufgrund der hohen Fehlerquote wilde, aber auch sehr unterhaltsame Partie bot kurz vor dem Pausenpfiff aber noch einen Höhepunkt, der die Gemengelage gut veranschaulichte: Diesmal war es Schmid, der frei durchbrach und Feller im Eins-gegen-eins umkurvte. Auch der Österreicher zeigte aber Nerven und setzte bei seinem Abschluss aufs leere Tor den Ball an den Pfosten. Der Abpraller landete wieder bei Schmid, der etwas überhastet abzog und nur das Außennetz traf - die zweite XXL-Chance, die Bremen liegenließ.
Heidenheims Doppelwechsel zeigt Wirkung
Schmidt reagierte zur Pause, brachte in Leonidas Stergiou und Stefan Schimmer zwei neue Spieler. Es war eine Maßnahme, die sich direkt bemerkbar machte: Conteh steckte keine drei Minuten nach Wiederanpfiff auf Bundesliga-Topjoker Schimmer (fünf Tore nach Einwechslung) durch, der den Ball am herauseilenden Bremer Torhüter Mio Backhaus vorbeilegte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf.
Die gute Heidenheimer Phase wurde jedoch jäh von Bremens zu diesem Zeitpunkt überraschendem Führungstreffer gecrasht. Dinkci verlor den Ball in der eigenen Hälfte, was Schmid in Position brachte. Werders auffälligster Offensivmann brachte eine starke Flanke aus dem Halbfeld, ausgerechnet Milosevic schraubte sich nach oben und köpfte ins kurze Eck zur Werder-Führung ein.
Heidenheimer Schlussoffensive bleibt aus
War Heidenheim angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den Kontrahenten von der Weser bereits vor der Partie mit dem Rücken zu Wand, so spitzte sich sich die schwierige Lage für die Schwaben jetzt erneut zu: Es mussten zwei Treffer her, sollte der Kontakt zu Bremen noch irgendwie gehalten werden.
Werder blieb aber stabil. Angetrieben vom jetzt lautstark unterstützenden Weser-Stadion hielten die Gastgeber Heidenheim vom eigenen Tor fern, dazu gelang es immer wieder, mit Gegenangriffen für Entlastung zu sorgen. Die Joker Justin Njinmah (87.) und Keke Topp (90.+2) hätten bei guten Konterchancen für die Entscheidung sorgen müssen, doch auch sie schwächelten beim Abschluss.
Auch in der Schlussphase gelang es den Heidenheimern nicht, eine Drangperiode heraufzubeschwören. Stattdessen unterlief Behrens noch das Eigentor zum 0:2, als er den Abpraller nach Njinmahs Abschluss per Kopf klären wollte. Es war insgesamt einfach zu wenig von den Gästen, wie schon so oft in der laufenden Saison. (Quelle: NWZonline)

