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Werder schlägt sich wacker, verliert aber dennoch klar gegen die Bayern

In Bremen bleibt Werder weiter sieglos und unterliegt Bayern München mit 0:3. Die Mannschaft leistet sich viele Fehler und trifft nicht ins Tor. Jetzt stehen für Werder fünf schwere Spiele im Abstiegskampf bevor.

Das Engagement hatte nicht gefehlt, auch Torchancen waren durchaus vorhanden – am Ende ging der SV Werder Bremen aber doch als klarer Verlierer gegen den übermächtigen FC Bayern München vom Platz. Und erneut stand dabei in der Offensive die Null. Mit 0:3 (0:2) unterlagen die wacker kämpfenden, aber in ihren Mitteln doch beschränkten Norddeutschen letztlich dem Tabellenführer, weil die abermals auftretenden individuellen Fehler sofort gnadenlos bestraft wurden. Werders Sieglos-Serie dauert somit nun schon zwölf Partien an, die Lage im Abstiegskampf bleibt unverändert prekär. Nun beginnen endgültig die Wochen der Wahrheit.

Daniel Thioune hatte im Vorfeld der Bayern-Partie einige Veränderungen bei der Aufstellung in Aussicht gestellt – und der 51-Jährige ließ seinen Worten Taten folgen. Gleich auf vier Positionen wurde die Startelf angepasst, so begannen Felix Agu, Niklas Stark, Cameron Puertas und Marco Grüll, während Yukinari Sugawara, Julian Malatini, Olivier Deman und Keke Topp auf der Bank landeten. Justin Njinmah fand sich urplötzlich als Rechtsverteidiger wieder, der ebenso wie Agu auf dem linken Flügel als Tempospieler – so der Plan – in etwaigen Umschaltmomenten für Entlastung sorgen sollte. Puertas agierte derweil als Achter, um das Zentrum mit seinen Nebenleuten zu überladen. Grüll und Romano Schmid mühten sich in vorderster Reihe um offensive Akzente.

Die Umstellungen trugen durchaus Früchte, Werder startete recht ansprechend in die Partie und stellte den Rekordmeister vor ein paar Problemchen. Der taktische Plan war deutlich erkennbar, gegen den Branchenprimus, aber erwartungsgemäß nicht so einfach durchgängig umzusetzen. Mit Folgen: Nach knapp 20 Minuten dribbelte Bayerns Lennart Karl locker durch den Bremer Strafraum, ehe Senne Lynen, der vor der Entstehung der Szene bereits den Ball verloren hatte, das 17-jährige Toptalent zu Fall brachte. Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) zeigte erst nach VAR-Eingriff auf den Punkt, Harry Kane verwandelte anschließend sicher zur Gästeführung. Es war der Moment, in dem das Unheil seinen Lauf nahm. Nur fünf Minuten später patzte Lynen erneut, schenkte den Ball viel zu einfach im Aufbau her, was Kane mit einem platzierten Treffer aus der Distanz bestrafte – 0:2.

Werder wagte sich auch in der Folge in die gegnerische Hälfte, so sorgte Njinmah per Direktabnahme aus spitzem Winkel zumindest halbwegs für Gefahr (29.), doch die Heimelf musste stets auf der Hut sein, für eigene Unzulänglichkeiten nicht direkt die Quittung zu bekommen. So tauchte Augenblicke später der sprintende Luis Diaz vor Mio Backhaus auf, doch der Werder-Keeper stoppte den Schussversuch. Kurz darauf probierte es dann Agu auf der anderen Seite mit einem Schlenzer, schoss jedoch knapp vorbei (39.).

Der zweite Abschnitt begann mit der Hereinnahme von Samuel Mbangula – und einer Riesenchance von Grüll, der per Kopf nur den Pfosten traf (47.). Nach einer guten Stunde musste dann Innenverteidiger Karim Coulibaly mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden, was zusätzliche Sorgenfalten bei allen beteiligten produzierte. Für den 18-Jährigen kam Julian Malatini in die Partie. Kurz darauf hätte Werder dann eigentlich zwingend das 1:2 erzielen müssen, doch Schmid scheiterte aus kurzer Distanz am zur Pause für Manuel Neuer eingewechselten Jonas Urbig (64.) und stellte somit einmal mehr eindrucksvoll die Bremer Ineffizienz bei Abschlüssen unter Beweis. Thioune wechselte in der Folge munter weiter, brachte Isaac Schmidt und Patrice Covic für Agu und Stage. Seine Mannschaft schlug derweil weiter den Weg nach vorne ein – und traf doch nicht. Das taten dafür die Münchener, indem Goretzka überlegt das dritte Tor markierte (70.). Backhaus verhinderte gegen Jamal Musiala sogar noch einen vierten Gegentreffer (87.), dann war das ungleiche Duell vorbei.

Klar ist: Werder muss seine Punkte woanders holen. Das allerdings zwingend. Sonst wird es noch ungemütlicher als ohnehin schon. Die einzig gute Nachricht: Tabellarisch stürzten die Hanseaten an diesem Wochenende nicht noch weiter ab, liegen als 16. weiterhin zwei Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz. Auch das komplett rettende Ufer befindet sich weiter in Reichweite. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Mannschaft und Trainerteam in der Lage sind, sich vor dem Gang in die Zweitklassigkeit zu retten – als nächste Gegner folgen direkt hintereinander die unmittelbaren Konkurrenten St. Pauli, Heidenheim, Union Berlin, Mainz und Wolfsburg. Fünf Finals, die elementare Fehler kaum verzeihen werden. Und in denen Werder unbedingt mal wieder Tore schießen muss. (Quelle: NWZonline)